• Michael Streun

    «Überdreht»
    Vernissage: Mi. 25. Januar | 18–20 Uhr
    26. Januar bis 8. März 2023

Michael Streun

«Überdreht»
Vernissage: Mi. 25. Januar | 18–20 Uhr
26. Januar bis 8. März 2023

 

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Stosszeit! Das Karussell aus gleissendem Scheinwerferlicht und Abgasschwaden verdichtet sich zusehends und beginnt unentwegt seine Kreise zu ziehen.
In der ersten Ausstellung des unlängst angebrochenen Jahres präsentiert der Kunstraum Satellit mit einer raumfüllenden Komposition ausgewählter Bilder das aktuelle Schaffen von Michael Streun.

Gewissermassen als Triptychon formiert, lassen sich sowohl im zentral platzierten Werk ‹Überdreht› (2022/23, Öl auf Leinwand, 230 x 190 cm), welches in seiner rotierenden Dynamik scheinbar das benachbarte architektonische Kreisrund aufzunehmen scheint, wie auch den Flankierenden ‹Der Schacht› (2022/23, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm) und ‹Warner› (2022/23, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm) mannigfaltige Referenzen ausmachen. Gesellschaftliche Umwälzungen, wankende und sich auflösende Strukturen, omnipräsente Bedrohungen durch totalitäre, klimatische und pandemische Damoklesschwerter.

Michael Streun hat sich dezidiert der figurativ-abstrahierenden Malerei verschrieben und ist seit nunmehr zwölf Lenzen in seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler aktiv. Aus einem fortwährenden Beobachtungsdrang von Alltag und Umwelt, reflektiert er das Zeitgeschehen und gesellschaftliche Entwicklungen. Wobei er bei der sukzessiven Formgebung des Gesamtbildes prinzipiell auf eine in bestimmender Manier eingeschriebene Thematik verzichtet – eine bewusste Eingrenzung stetig standhaft verweigernd. Streuns Gemälde eröffnen surreale Bildwelten, die, in einem ersten Augenschein abstrakt anmutend, nach und nach ihren symbolistischen Gehalt, insbesondere noch verstärkt durch die Präsenz figurativer, jedoch oftmals entmenschlichter Elemente, offenbaren.

Formgewordene Dystopien und visualisierte Utopien mit ambivalenter Gültigkeit

Ein mit verbissener Leidenschaft geführter, egozentrischer Kampf von stresserfüllten Mienen in sicherheitsverglasten Kabinen, um jeden noch zu erobernden Zentimeter – während die Gestirne des Abendhimmels allmählich im fossil generierten Dunst verschwimmen. Aus dem perpetual anmutenden Strudel, erzeugt von jenem sich tagtäglich in den eigenen Schwanz beissen wollenden Blechreptil, eröffnet sich urplötzlich scheinbar ein rettender Ausweg gegen ehemalige Metallfabrikationsstätten. Bedrohlich für Innehaltende, unmittelbar konfrontiert mit der vereinnahmenden Sogwirkung des Neuen. Die Hoffnung auf temporären Seelenfrieden fernab des Realitätstrubels – durch das Eintauchen in die sanfte Ruhe eines wohligen Idylls in pastellenen Tönen – bleibt unerfüllt.

Eine eruptive Genese erahnend, sind die monumentalen Gemälde von Michael Streun zwar durchaus auch seismografisch zu erfassen, jedoch in Analogie zum Malprozess stets geprägt von einer betonten Langsamkeit. Greifen dabei einerseits vor, werden aber indes vom Zeitgeschehen zwangsläufig auch laufend eingeholt. Motivisch verdichtet, findet sich in Konsequenz dessen stets eine Vielzahl von Überblendungen und Überlagerungen, sowohl in der Vielschichtigkeit der pigmentkomponierten Materialität wie der Existenz thematischer Bezugspunkte.

Neben jener unruhigen, wie anrührenden Malerei – deren bedrohliche Untergangs-Szenarien und letztlich immer wieder ungehört verhallten Warnschreie mehr denn ein beklemmendes Gefühl der Resignation herrufen mögen – lässt sich in Streuns aktuellem Werkkomplex durchaus auch eine hoffnungsvolle Komponente ausmachen. Eine künstlerische Verarbeitung gesellschaftlicher Realitäten, utopisch und dabei durchwegs politisch. Mit potentieller Aussicht auf einen Silberstreifen am Horizont, wird die räumliche Dominanz des Apokalyptischen im Satellit im Sinne eines positiven Gegengewichts bewusst mit ‹Das Band› (2022, Öl auf Leinwand, 20 x 23 cm) kontrastiert. Ein Bild aus der kleinformatigen Porträtserie junger «Super-Frauen». Neue Kraft verströmend und zu den Zügeln greifend, erheben sie in Öl gebannt ihre Stimme für die Zukunft.

CV
Michael Streun (*1965 in Bern, lebt und arbeitet in Thun) ist seit 2011 als freischaffender Künstler tätig. Nach einer Lehre als Schriftenmaler bildete er sich in Illustration, Akt, Ölmalerei und Tiefdruck weiter. Neben seiner künstlerischen Arbeit betätigt sich Streun als Dozent an der SFGB Schule für Gestaltung Bern & Biel und ist Mitglied von Visarte Bern und Schweiz.
Seine Werke stellt er seit 2006 im In- und Ausland aus, unter anderem sind seine Gemälde und Zeichnungen in den Sammlungen des Kunstmuseums Thun, Kantons Bern, der Gemeinde Köniz und des Cartoonmuseums Basel vertreten.

michaelstreun.ch

Dagmar Keller / Martin Wittwer

Vernissage: Mi. 15. März | 18–20 Uhr
16. März bis 26. April 2023

 

Julia Znoj

Vernissage: Mi. 3. Mai | 18–20 Uhr
4. Mai bis 14. Juni 2023

 

Claudia Kühne

Performance: Mi. 21. Juni | 18–20 Uhr

 

Wolfgang Zät

Vernissage: Mi. 28. Juni | 18–20 Uhr
29. Juni bis 16. August 2023

 

Henry Love * with Love

Sommerfest / Rooftop Performance / Ground Floor Food
Mi 23. August 2023

 

Dual Architekten BSA

Vernissage: Mi. 30. August | 18–20 Uhr
31. August bis 11. Oktober 2023

 

Miriam Sturzenegger

Vernissage: Mi. 18. Oktober | 18–20 Uhr
19. Oktober bis 29. November 2023

 

Tobias Hauswirth

Vernissage: Mi. 6. Dezember | 18–20 Uhr
7. Dezember 2023 bis 17. Januar 2024

 

Info

Der Kunstraum Satellit am Guisanplatz in Thun bietet zahlreiche Möglichkeiten eines Dialogs zwischen Kunst und Öffentlichkeit. In dieser urbanen Umgebung bildet er den Schnittpunkt zwischen Innenstadt und Selve-Quartier. Die Nähe zu Cafe Bar Mokka und Kino Rex sorgt für ein kulturelles Ambiente.

Satellit wurde als Zwischennutzung des ehemaligen Kiosks am Guisanplatz gegründet und wird vom Kunstverein Satellit kuratiert und betreut. Dieser setzt sich zusammen aus Raffaella Chiara, Künstlerin / Johannes Saurer, Architekt / Katrin Sperry, Kulturwissenschaftlerin / Mario Schlachter hat Kunstgeschichte studiert und ist Mitglied in der Betriebsleitung Cafe Bar Mokka / Dominik Stauch, Künstler.
Ehemalige Team Mitglieder: Myriam Loepfe, Kulturvermittlerin (2019 – 2021), Paul Le Grand, Künstler (2019 – 2021)

Der Kunstraum Satellit hat keine Öffnungszeiten, Satellit ist ein Schauraum, durch das grosse Schaufenster haben Sie immer Einblick. Die Vernissagen finden jeweils am angekündigten Datum, mittwochs 18–20h draussen bei jeder Witterung statt.

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